Worte zum Fasching

Liebe Pfarrgemeinde, liebe Kinder und Jugendliche,

im Februar beginnt die Faschings- und Fastenzeit. Dürfen Christen Fasching feiern angesichts des vielen Leids in der Welt und auch oft unter uns in den Familien?
Es gibt eine Art von Freude, die sich mit der dunklen Wirklichkeit unseres Lebens durchaus verträgt: der "Humor".
Mit Humor meint man ja, dass einer trotzdem lacht, dass einer trotz der bitteren Wirklichkeit seines Lebens eine gewisse Freudigkeit in sich trägt.
Von daher ist Humor geradezu eine Form des praktisch gelebten Glaubens in den großen und kleinen Nöten des Alltags.
Wenn ich wirklich glaube, dass der unbegreifliche und rätselhafte Gott so zu mir steht wie ein Vater zu seinem Kind; dass Gott mich bejaht und gut zu mir ist, dann glaube ich damit auch, dass alles Dunkle und Schwere schließlich umfangen ist von seiner Liebe. Und in der Kraft des Glaubens bin ich auch dann zu einem Lächeln fähig, wenn es mir nicht so gut geht.
Natürlich ist Humor nicht das Wichtigste für den Christen.
Das sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Aber man wird zu Recht sagen dürfen: Humor ist das Nebenprodukt eines gelungenen christlichen Lebens.
Wer durch Glauben, Hoffnung und Liebe zum Humor durchstößt, und wer diesen Humor auch in den Spannungen des Lebens durchhält, der findet etwas von dem, was man landläufig das Glück nennt.
Dieser Humor braucht uns auch nicht verloren zu gehen, wenn wir mit dem Aschermittwoch in die Fastenzeit eintreten.
Im Gegenteil: innere Freude und Humor aus dem Glauben zu finden ist letztlich auch ein Sinn der Fastenzeit.
Die Einschränkungen in der Fastenzeit wollen uns ja nicht griesgrämig machen oder die Freude am Leben rauben, sondern im Gegenteil: uns jene Quellen erschließen helfen, aus denen die wahre Freude strömt.
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen noch eine von Humor und Freude getragene Faschingszeit und einen guten Beginn der Fastenzeit.

Ihr Pfarrer Johnson Varakaparambil

 

 

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